Entspannung von den Tiroler Kühen lernen.

„Entspannt liege ich auf einer saftigen, grünen Alm-Wiese. Ich schaue in den blauen Himmel und die Sonne scheint strahlend auf mich herab. Ich wende meinen Kopf und betrachte das wunderschöne Berg-Panorama des wilden Kaisers. Unterhalb meines sonnigen Plätzchens kommt eine Gruppe von Wanderern den Berg hinauf gelaufen. Sie lachen ausgelassen, manche sehen schon etwas erschöpft aus. Das juckt mich alles nicht. Ich bleibe hier liegen und kaue gedankenverloren auf einem Grasbüschel herum. Ich habe mich entspannt auf die Seite gelegt und mein schwarz-weiß geflecktes Fell glänzt in der Sonne.“

Tiroler Kühe wissen wie es geht.

So oder ähnlich muss sich eine Tiroler Kuh an einem sonnigen Alm-Tag fühlen. Völlig entspannt liegen sie am Rande der Wanderwege und sehen aus, als ob sie kein Wässerchen trüben könnte. Tiroler Kühe lassen sich nicht hetzen und nicht verrückt machen. Jedenfalls nicht, wenn man sie in Ruhe lässt. Und genau das ist der Knackpunkt: in Ruhe lassen. Wir lassen uns den lieben langen Tag hetzen. Von unserem Telefon, unseren Jobs und Menschen, die der Meinung sind, dass man doch mal schnell sofort kurz etwas für sie erledigen könnte. Und ehe wir uns versehen, rennen wir von Termin zu Termin und schieben noch schnell etwas dazwischen. Abends kommen wir dann völlig erschöpft nach Hause, sitzen da und können keinen vollständigen Satz mehr formulieren, weil uns alle Kräfte verlassen haben.

Mach es wie die Kuh.

Nein, das bedeutet nicht, dass wir jetzt auf einer Weide mit einer großen Kuhglocke den ganzen Tag Gras kauen sollten, aber das mit dem Hinlegen und Nichtstun ist schon einmal keine schlechte Idee. Pausen sind wichtig. Und in diesen Pausen werden nicht noch einmal schnell ein paar Mails beantwortet oder mal ein paar Anrufe erledigt. Pause bedeutet Pause. Am besten an der frischen Luft – bei einem kleinen Spaziergang oder auf der Bank im Park da können wir uns gerne kreativ austoben.

Essen mit Lust und Laune und … Zeit.

Essen ist nicht die Zeit zwischen Telefonieren und mal schnell was erledigen. Ich sehe das immer wieder in den Kantinen von Unternehmen: die Mitarbeiter kommen hinein gestürmt, suchen sich schnell etwas aus dem täglichen – oftmals nicht gerade nahrhaften – Angebot heraus. Am besten etwas, das man schnell hinterschlingen kann. Nach 20 Minuten ist der Teller leer und schon fegen Sie wieder aus dem Raum. Das ist nicht nur ungemütlich, sondern auch ungesund. Na klar, Mitarbeiter werden nicht fürs Essen bezahlt, sondern fürs Arbeiten. Aber wie lange soll denn ein Mitarbeiter leistungsfähig bleiben, wenn er nicht einmal mehr Ruhe beim Essen hat. 

Auch nach dem schönsten Alm-Tag, geht die Kuh wieder nach Hause.

Nach Hause kommen sollte nicht nur Essen und Schlafen bedeuten, sondern pure Freude bereiten. Unser Zuhause haben wir mit Liebe und Individualität geschaffen, eingerichtet und mit all den persönlichen Dingen gefüllt, die uns etwas bedeuten. Unser Zuhause sollte nicht nur dazu da sein, dass wir zu Abend essen, uns auf das Sofa schmeißen und anschließend ins Bett schlurfen. Abends ist unser Job getan, dann sollten wir uns entspannen und Kraft für den nächsten Tag sammeln, das geht nicht mit dem Handy am Ohr, vor dem Computer und einem Stapel Arbeit auf dem heimischen Schreibtisch. Bleiben wir achtsam!