Mach mal nen Digital Detox

 

Bist du ständig online oder lebst du wieder?

Wir kennen sie alle und sehen sie täglich auf der Straße, in der Straßenbahn, in Parks, Schwimmbädern und im Einkaufzentrum: die Digital-Zombies, die Online-Junkies und die Bildschirm-Süchtigen. Letzte Woche gehe ich gerade vom Büro nach Hause und schlendere die Straße entlang, als mir ein Mann entgegen kommt, die Augen fest auf das Display seines Smartphones geheftet. Und wir ich ihn so dahinschlurfend - Digital-Zombie halt - beobachte, kommt der Laternenpfahl immer näher und näher und der Zombie direkt drauf zu. Der wird doch nicht dagegen laufen? Ich rufe: "Hey Vorsicht, schau mal nach vorne!!!", aber keine Reaktion. Ich versuche es etwas lauter, aber er scheint nicht nur blind, sondern auch taub zu sein. Aber Digital-Zombies sind im Rausch der Bits und Bytes und da geht nix rein und kommt irgendwie auch nix raus. Das Ende vom Lied: Der Digital-Zombie hatte eine dicke Beule am Kopf und sein Smartphone eine ordentliche Spiderman-App (wers nicht weiß: das ist ein gesplittertes Display, das dann witzigerweise aussieht wie ein Spinnennetz - also witzig ist es nur für die anderen.).

Du bist doch selbst nicht besser!

Ja es stimmt!  Auch ich liebe die digitale Welt und treibe mich gerne auf dem Online-Globus herum. Und ja auch ich bekomme gesagt "Kannst du dein Telefon nicht mal aus der Hand legen" (und am besten aus Reich- und Sichtweite). Manchmal ist es nicht so leicht: als selbst&ständig Freiberufler hat man immer Angst etwas zu verpassen. 
Aber soll das wirklich alles gewesen sein? Sind wir wirklich alle Netz-Sklaven? Der eine ruft Nein, der andere schaut verlegen weg und der Dritte stimmt kleinlaut zu. 
Aber die gute Nachricht ist: es gibt ein Heilmittel - kostenfrei, einfach umzusetzen und völlig ohne Nebenwirkungen...bis auf die Positiven! Das Geheimnis lautet: WEGLEGEN, AUSSCHALTEN, in die Waschmaschiene stecken oder aus dem Fenster schmeißen. Das sind die radikalen Methoden. Aber der kalte Entzug ist nicht für jedermann oder -frau das geeignete Mittel der Wahl und es gibt natürlich auch eine Light-Version.

Wie ich der Digital-Sucht Herr oder auch Frau werde!

Irgendwann am Tag ist es dann mal gut.
Wer abends kurz vor elf regelmäßig E-Mails beantwortet, muss sich nicht wundern, wenn das dann auch von einem erwartet wird. Also auch mal dem Smartphone, Tablet oder Laptop einen Feierabend gönnen.

Stille Zeiten lassen die Kreativität durch die Decke schießen. 
Ich habe gelernt, dass ich für gute kreative Leistungen und schwungvolle Ideen einfach meine Ruhe brauche- was für eine bahnbrechende Erkenntnis. Tja manchmal kann es ganz einfach sein. 
Aber früher war ich immer der festen Meinung: ich bin mega-multi-tasking-fähig und kann alles gleichzeitig machen. Ja das ist leider nicht wahr. So habe ich beschlossen: sobald meine Tochter in der Kita ist, bin ich gerne jederzeit erreichbar. Sobald ich meine Tochter abhole, mache ich eine Digitale Siesta. Dafür kann man mich am Abend auch noch eimal erreichen. Aber nicht nach elf - das wärs ja noch. 

Mach doch mal ne Digitale Siesta!
Es ist völlig egal, wann am Tag oder in der Nacht ihr eine digitale Siesta einlegt. Hauptsache ihr macht sie! Aber Vorsicht: nicht schmummeln. Es gilt also nicht zu sagen: heute lasse ich die Siesta mal ausfallen und mache sie dafür morgen doppelt so lange. Erfahrungsgemäß klappt das sowieso nie. 

Face-to-Face ist besser als virtuelles Geplapper
Ja, ich weiß, manchmal ist es wirklich schwierig sich immer in persona zu treffen. Auch da hat die digitale Vernetzung und globale Kommunikation ihre Finger im Spiel. Klar ist es einfacher die Oma schnell per Face-Time anzurufen, als vorbeizuradeln. Gesehen hat man sich ja so trotzdem. Aber mit einem leckeren Stück Kuchen vor der Türe stehen ersetzt es dann doch nicht. 
Und wir sollten auch nicht vergessen, dass richtig gute Ideen, schlichtende Gespräche und angeregte Diskussionen unendlich von Emotionen, Gestik, Mimik und der gesamten Körpersprache leben und profitieren. Und nicht davon, dass man beim Telefonieren die Wand oder einen Bildschirm anstarrt, das frustiert oftmals eher. 

Geh mal raus ins richtige Leben
Ja geh raus und genieße das Leben da draußen in vollen Zügen. Denn stell dir mal vor: da gibt es richtige, echte Menschen aus Fleisch und Blut, unverpixelt! Glaubt mir das tut richtig gut! Redet von mir aus mit Tieren oder Pflanzen, aber schnuppert mal wieder echten Sauerstoff! 

Rausgehen ist wie aus dem Fenster schauen, nur viel krasser. 
Diesen Spruch habe ich letzte Woche an der Pinnwand in der Kita meiner Tochter gefunden und finde ihn wirklich genial. 

Deshalb mache ich jetzt auch Schluß - aber keine Sorge: es ist nur eine Trennung auf Zeit!